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Chronik

der

Schützengesellschaft Semmenstedt

 

Wir führen heute die Chronik aus dem Jahre 1961 von der Arbeitsgemeinschaft Semmenstedt "Ländliche Erwachsenenbildung" fort und zitieren zunächst, bzw. ergänzen:

 

Der Landwirt Reinhold Schrader aus Semmenstedt macht hierbei folgende Angaben:

"Die Schützengesellschaft Semmenstedt besteht schon seit dem vorigen Jahrhundert, leider kann aber das Gründungsjahr nicht mehr festgestellt werden. Schützenfeste haben schon um 1870 stattgefunden. Dazu wurde jährlich ein Zelt aufgestellt, zunächst vor der Germerschen Gastwirtschaft und später in der Düve. Die Fahne der Gesellschaft wurde 1876 geweiht. In der Generalversammlung von 1882 wurde beschlossen, ein stehendes Zelt zu bauen. Die mit 3.536,11 Mark veranschlagten Kosten sollten von den Mitgliedern durch Übernahme von Anteilen von je 50 Mark aufgebracht werden. So wurde 1882 zum ersten Male das Schützenfest in dem neuen feststehenden Zelte gefeiert. Es bestand aus einem Trinkzelt und zwei Tanzböden. Auf dem ersten Saale durften nur Mitglieder tanzen; alle übrigen Festteilnehmer nur auf dem zweiten Saale. Im Jahre 1892 wurde weiter beschlossen, daß auch Mitglieder unter 30 Jahren und allgemein unverheiratete nur auf dem zweiten Saale tanzen durften. Fremde, die auf dem ersten Saale tanzen wollten, hatten 3 Mark Tanzgeld zu entrichten, während das Tanzgeld für den zweiten Saal nur 1,50 Mark betrug. 1909 wurden diese Beschlüsse aufgehoben und jedermann konnte auf beiden Sälen gegen ein Tanzgeld von

2 Mark tanzen. Sobald in der Kasse der Schützengesellschaft entsprechendes Geld angesammelt war, wurden Anteile ausgelost (Anteile von Steinverkäufen um den Zeltbau zu finanzieren). Die weiteren Anteile gingen später infolge des Krieges 1914-1918 und der Geldentwertung verloren. Vom Jahre 1915 bis zum Jahre 1920 ruhten die Vergnügungen der Gesellschaft. Weil in dieser Zeit von der Inneneinrichtung des Zeltes viel verloren ging, mußte diese neu beschafft werden. Ein richtiges Schützenfest durfte zu Pfingsten 1920 noch nicht gefeiert werden, weil das Tragen von Gewehren, ein Umzug und das Schießen verboten war. So wurden Volksfeste gefeiert. Infolge der Geldentwertung setzte die Schützengesellschaft für 1923 als Zeltmiete fest: 20.000 Mark für den ersten Tag und 10.000 Mark für den zweiten Tag und für Kinderfest und Feuerwerk je 2.000 Mark. Von 1926 bis 1939 wurden wieder auf Pfingsten Schützenfeste gefeiert. 1945 wurde die Schützengesellschaft durch die Besatzung aufgelöst und deren Vermögen beschlagnahmt. Schon während des Krieges, aber besonders in der Nachkriegszeit wurde das Zelt total zerstört. Das Dach wurde abgedeckt, Türen, Fenster, ja sogar Steine wurden aus dem Fachwerk gerissen, so daß nur das Fundament übrig blieben. Erst 1949 wurde von der Militärregierung der Gesellschaft nahe gelegt, das Zelt zunächst zu verpachten, um weitere Zerstörungen zu vermeiden, mit der Aussicht es wieder zu erwerben. Ein entsprechender Beschluß wurde am 25.07.1949 gefaßt, das Zelt wurde sofort mit Mitteln, die durch eine Umlage aufgebracht wurden, zunächst außen in Ordnung gebracht. 1950 wurde das Zelt innen hergerichtet sowie eine neue Küche und ein Ausschank fertig gestellt, ebenfalls im Umlageverfahren. Der Gesamte Ausbau kostete 7.341,65 DM. Besonders verdient machte sich beim Ausbau der Schützenbruder Richard Schweimler (sen.), der in selbstloser Weise umfangreiche unentgeltliche Leistungen verrichtete. 1950 konnte zu Pfingsten das erste Nachkriegs-Schützenfest im neu errichteten Zelte stattfinden und am 09.05.1951 wurde dann das Zelt der Gesellschaft als Eigentum zurückgegeben. Ein Schießstand fehlte aber, um den Schützenkönig auszuschießen. Eine Notlösung wurde gefunden, der "König" wurde in einer Schießbude ausgeschossen. Im Jahre 1953 wurde ein Kleinkaliberstand gebaut. Seit 1953 ist auch der Kindergarten am Zelte untergebracht (Dieser wurde 19... wieder geschlossen). So hat die Schützengesellschaft ihre Tradition gewahrt, alljährlich wird ihr Fest um Pfingsten zur Freude des ganzen Dorfes gefeiert (Diese Tradition wurde auf Grund eines Volksfestbeschlusses 1993 erstmals im September nur mit einem Schützenfrühstück in der Gastwirtschaft Germer gefeiert. Ab 1997 wird wieder mit der Tradition gehalten und wieder Pfingsten im Schützenzelt gefeiert - jedoch nur im Abstand von zwei Jahren)

Das Interesse am Schießsport hat sich nicht nur bewährt, sondern auch verstärkt. Wenn die Gesellschaft 1945  40 Mitglieder zählte, so ist die Zahl im Jahre 1962 auf 60 Mitglieder und 15 Jungschützen gestiegen (Mitgliederzahl 1997  69 Mitglieder). Die Alt- und Jungschützen schießen wöchentlich einmal abends. Auch 1997 wird dies noch vollzogen.

Seit 1953 gehört die Schützengesellschaft wieder dem deutschen Schützenbund an und ihre Mitglieder beteiligen sich an den Wettkämpfen. Die Vorstände:

  

 

1962 

2000 

   

   

 

1. Vorsitzender

Reinhold Schrader

Bernd Schulz

2. Vorsitzender

Hans-Joachim von Hubatius

Johannes-Dietrich Arbogast

Schriftführer

Ludwig Behrens

  

Kassenwart

Rudolf Sötter

Udo Gottschling

Schießwart

  

Ludwig Janik

Jugendwart

  

Oliver Bertram

   

1750 Stunden Eigenleistung für das Schützenhaus

Dach wurde von Semmenstedtern neu gedeckt

SEMMENSTEDT.  Das Dach des Schützenhauses in der Düwe, Baujahr 1884, wurde komplett neu eingedeckt. In Eigenleistung haben die Mitglieder der Schützengesellschaft Semmenstedt und zahlreiche Helfer das Dach grundlegend saniert.

Auch die Dachrinnen und Regeneinläufe sind erneuert. Dabei wurden 1750 Stunden Eigenleistung erbracht, listete Schützenvereinsvorsitzender Bernd Schulz auf.

17 Helfer waren bei den Bauarbeiten dabei. Einen Dauereinsatz von drei Wochen haben Günter Stelmaszyk und Werner Huhn erbracht. Als Gebäudewart und Bauleiter fungierte Matthias Gabler. Die beiden Dauereinsatzhelfer bekamen als Dankeschön einen Gutschein für ein gemeinsames Essen mit ihren Ehefrauen, erklärte Bernd Schulz.

Der Landkreis Wolfenbüttel hat für diese Maßnahme einen Zuschuss von 3460 Euro gegeben. Die Gemeinde Semmenstedt hat einen Zuschuss von 4000 Euro für den Erhalt des Schützenhauses gewährt.

Das alte Dach war schon viele Jahre in schlechtem Zustand. "Nur durch den Einsatz der vielen Helfer und die finanzielle Unterstützung durch den Landkreis sowie die Gemeinde war die Neueindeckung möglich", so Schulz. "Nun können wir beruhigt in die Zukunft schauen."

Die Sanierung der Außenwände sei schon vor zwei Jahren, ebenfalls in Eigenleistung, vorgenommen worden, fügte Schulz hinzu. 

 

Schicksalhafte Kreuzung               

Semmenstedt stand sieben Jahrhunderte unter geistlichem Schutz

SEMMENSTEDT. Eine weitere Gemeinde im Bereich der Samtgemeinde Asse hat sich ein Gemeindewappen gegeben.

Der Gemeinderat von Semmenstedt unter Vorsitz von Bürgermeister Johannes-Dietrich Arbogast nahm einen vom Heraldiker Arnold Rabbow (Braunschweig) ausgearbeiteten Entwurf an, der im blau-gold beziehungsweise blau-gelb gespaltenen Schild ein durchgehendes Kreuz in gewechselten Farben zeigt.

Das Kreuz hat eine doppelte Bedeutung. Zum einen symbolisiert es den für Semmenstedt vorteilhaften Umstand, dass es vom 11. bis zum 18. Jahrhundert unter geistlichem Schutz stand, nämlich unter der Hoheit des Domstifts Goslar. Diesem hatte Kaiser Heinrich III. zwischen 1049 und 1057 33 Höfe mit 50 Hufen Land übereignet, also praktisch das ganze Dorf, dem die relativ milde geistliche Grundherrschaft gut bekam.

Darüber hinaus deutet das Kreuz den Umstand an, dass Semmenstedt später auch Sitz einer Superintendentur war, zu der außer Semmenstedt noch Achim, Börßum, Hedeper, Seinstedt, Groß und Klein Winnigstedt gehörten.

Überdies schlägt das Kreuz eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und sogar in die Zukunft, denn es versinnbildlicht die historische und noch heute bestehende Straßenkreuzung, die für Semmenstedt von schicksalhafter Bedeutung gewesen ist. Hier kreuzten sich die alte Salzstraße von Goslar nach Schöningen, heute die Bundesstraße 82, und die Heerstraße von Braunschweig nach Leipzig, die vor allem seit der Wiedervereinigung wieder vielbefahrene Bundesstraße 79.

In Kriegszügen hatte Semmenstedt unter den durchziehenden Heeren zu leiden. Im Frieden profitierte es vom Handel und Wandel auf den Straßen.

Die braunschweigischen Landesfarben Blau-Gelb verweisen auf die jahrhundertelange territoriale Zugehörigkeit des Dorfes zum Herzogtum und Land Braunschweig. Dass der Schild aus zwei Hälften in diesen Farben zusammengesetzt ist, deutet an, dass die Gemeinde Semmenstedt seit der Gebietsreform aus zwei Orten besteht, aus dem eigentlichen Semmenstedt und aus Timmern. Auch Timmern hat ein Wappen erhalten.

Freitag, 09.12.2005